Der  schon von weitem sichtbare Turm der 1889 erbauten St Dionysius-Kirche ist das Wahrzeichen von Lissendorf.

Lissendorf ist heute Teil der Pfarreiengemeinschaft Obere Kyll, die aus neun Pfarrgemeinden besteht. Insgesamt leben hier, verteilt auf 18 Orte, ca. 6000 Katholiken. In den neun Pfarrkirchen wird regelmäßig an jedem Wochenende und werktags vierzehntägig eine Eucharistiefeier angeboten

Die Pfarrbüros der Pfarreiengemeinschaft befinden sich z. Zt. in Stadtkyll (pfarramt-stadtkyll@t-online.de) und in Jünkerath (pfarramt.juenkerath@t-online.de).

Die erste Erwähnung geht zurück auf das Jahr 1148. Die umfangreichsten Quellen stehen erfahrungsgemäß für das religiöse Leben zur Verfügung. Zum einen, weil die Pfarrer häufig die einzigen waren, die lesen oder schreiben konnten, zum andern, weil die kirchlichen Besitzverhältnisse oft Urkunden forderten. Später kamen noch die Kirchenbücher hinzu. So ist es auch kein Wunder, dass die erste urkundliche Erwähnung überhaupt in Verbindung mit dem Besitz der Abtei Prüm zusammenhängt.

  • 1148 Erwähnung des ersten Pfarrers in Lissendorf: Lambertus. Dies ist zugleich ein Hinweis auf eine existierende Kirche, da im frühen Mittelalter die Priester für eine bestimmte Stelle und damit auch Kirche eingesetzt wurden. Hinweise auf Standort oder Bauweise fehlen jedoch.
  • 1257 wird die weiträumige Pfarrei mit den Filialorten Auel, Basberg, Birgel, Gönnersdorf, Lehnerath, Schüller und Steffeln erstmalig erwähnt.
  • 1597 verwüsten wallonische Kriegsvölker die Kirche.
  • 1649 stecken lothringische Truppen Kirche und Pfarrhaus in Brand.
  • 1653 & 1713 erfolgte der Wiederaufbau.
  • 1660 wird Steffeln eigene Pfarrei, Auel wird Filiale von Steffeln.
  • 1770 ist auf einer Flurkarte eine Kapelle verzeichnet, das “St. Matheisen Häusgen” am Ortsausgang nach Gönnersdorf. Später diente es als “Spritzenhaus” und landwirtschaftliches Gebäude, bis es beim Bau des Anwesens Rütten (Jagdpächter) abgerissen wurde.
  • 1784 erreichte Schüller die Loslösung von der Pfarrei Lissendorf.
  • 1796 brannte der Turm; beim Wiederaufbau wurde ein “von links nach rechts gewundener Helm” aufgesetzt.
  • 1803 erfolgte die Erwähnung, dass die Kirche noch mit Stroh gedeckt ist; der Grundriss mit dem Westturm soll der Berndorfer Kirche ähnlich sein.
  • 1886 wurde die alte Kirche vollständig abgerissen, der Gottesdienst fand zeitweise in einer Notkirche aus Holz statt. Es erfolgte die Grundsteinlegung für die neue, heutige Kirche.
  • 1889 weihte Bischof Heinrich Felten die Kirche ein. Im gleichen Jahr wird das neue Pfarrhaus bezugsfertig.
  • 1973 erfolge der Umzug in das neue Pfarrhaus, welches heute vermietet ist.
  • 1979 begann eine aufwändige Renovierung der Kirche, die 1982 mit der Altarweihe durch Bischof Dr. Bernhard Stein ihren Abschluss fand.